Pfahlprobebelastungen

Besonders bei umfangreichen Pfahlgründungen ist es wirtschaftlich, die Bemessung von Pfählen nicht mit Hilfe der konservativen Anhaltswerte aus der Norm, sondern auf Grundlage von Pfahlprobebelastungen auszuführen.

Man unterscheidet hier zwei Versuchsmethoden, die statische und die dynamische Pfahlprobebelastung.

Statische Pfahlprobebelastung

Mit Hilfe von Hydraulikpressen wird der Pfahlkopf in Stufen bis über die Gebrauchslast hinaus, wenn möglich bis zum Versagen belastet. Die Reaktionskräfte werden dabei über Querträger und Verpressanker neben dem Pfahl in den Baugrund zurückgehängt. Mit Hilfe von Feinmessuhren und geodätischen Messungen wird die Pfahlsetzung gemessen und horizontale Verformungen überwacht. Statische Pfahlprobebelastungen erfordern einen hohen Aufwand und dauern oft mehrere Tage.

Dynamische Pfahlprobebelastung

Mit Hilfe eines Fallgewichtes wird eine Stoßwelle erzeugt, die den Pfahl bis zum Pfahlfuß durchläuft und dort reflektiert wird. Aufnehmer am Pfahlkopf messen Dehnungen und Beschleunigungen über die Zeit. Aus dem Verlauf der beiden Kurven können die Tragfähigkeit und das Widerstands-Verformungsverhalten hochgerechnet werden. Beim Projekt VTC in Stuttgart (Foto) wurde mit einem 22 t schweren Versuchsgewicht eine Bruchlast von 24,3 MN nachgewiesen.